Startseite / Vereine & Verbände / Im Lande der gänseköpfenden Fleischfresser-Nazis
Eigentlich bin ich kein Freund von endlos wiederholten Sprichwörtern. Manchmal jedoch zeigt sich, daß selbst in den banalsten Gemeinplätzen noch ein Funke Wahrheit steckt. In diesem Falle kamen mir spontan die Redewendungen "Wer brüllt, hat unrecht" und "Getretener Quark wird breit, nicht stark" in den Sinn. Aber der Reihe nach...
Worum geht es? Um das "Bündnis für Tierrechte". Das nämlich scheint, wie seine Webseite extrem überdeutlich vor Augen führt, ausschließlich aus penetranten Eiferern zu bestehen. Lautstark und in Endlosschleife wird dort gegen irgendwelches altes rheinländisches Brauchtum angeschrien. Schön, es ist wirklich nicht besonders appetitlich, wenn Reiter aufgehängten toten Gänsen die Köpfe abreißen (zumindest bestärkt es mich in meiner skeptischen Haltung gegenüber dem intellektuellen Potential von Brauchtumspflegern). Nur sind die Gänse halt bereits tot und müssen nicht hängenderweise einer unschönen Enthauptung zwecks Volksbelustigung entgegensehen. Kleinkram, möchte man meinen. Aber das Bündnis für Tierrechte muß deswegen gleich eine umfangreiche, überaus häßliche Webseite überwiegend mit diesem Thema füllen. Und dann wird es bizarr ... die Damen und Herren Tierrechtler werden nicht allzu freudig empfangen, wenn sie zwecks geharnischtem Protest bei diesen Veranstaltungen auftauchen. Daraus ziehen sie den Schluß, daß sich dort haufenweise Nazis einfinden (bekanntlich gehört es ja zu den Grundeigenschaften des Faschismus, daß seine Anhänger gerne totem Geflügel die Köpfe abreißen). Und selbstverständlich dient der ganze Kokolores ausschließlich der Erziehung zur Gewalt. Die Gänseköpfer von heute sind zwangsläufig die Völkermörder von morgen, könnte man zusammenfassend sagen. Horrido, endlich mal was Neues auf dem Gebiet der Faschismus-Forschung!
Auch sonst zeigt man sich (natürlich stets in erbarmungswürdigem webdesignerischem Rahmen) militant: Fleischessern wünscht man die Pest an den Hals und erklärt sie zu Bestien. Das Ganze garniert mit Karikaturen, deren Stil teils bedenklich in die Nähe von Hetzzeichnungen aus tausendjähriger Zeit rückt. Besten Dank. Da gehe ich doch gleich mal zum Kühlschrank und mache mir ein Brot mit Geflügelwurst, um in aller Ruhe bei einem guten Häppchen über die Tierrechtler und ihre Message nachzudenken...
Erfasst von Scriptor am 10.10.07
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